„Schwester Andrea hat uns der Himmel geschickt“

Alten- und Pflegeheim St. Josefshaus Neustadt/Wied: Schwester M. Andrea Hinkelmann steht als Seelsorgerin Bewohnern und Mitarbeitern zum Gespräch zur Verfügung

Anneliese Kirchartz freut sich, dass Schwester M. Andrea sich Zeit für sie nimmt und sich zu ihr auf das Sofa setzt. FOTO: Andrea Schulze

07.03.2013

Neustadt/Wied. „Ich habe Sie ja so vermisst“, ruft Annemarie Söllner. Die ältere Dame sitzt im Rollstuhl und freut sich, Schwester M. Andrea Hinkelmann zu sehen. Vor drei Tagen erst hatte die Waldbreitbacher Franziskanerin Annemarie Söllner auf dem Wohnbereich besucht. Aber wenn es nach den Bewohnern des Alten- und Pflegeheims St. Josefshaus Neustadt/Wied ginge, dann wäre sie jeden Tag rund um die Uhr für sie erreichbar. Schwester M. Andrea ist seit August als Seelsorgerin im St. Josefshaus und kümmert sich dienstags, mittwochs und donnerstags um die Bewohner. Sie ist ausgebildete Krankenschwester, hat Jahrzehnte lang in der Mission in Brasilien gearbeitet und war bis zu ihrem 70. Geburtstag Anfang 2011 als Seelsorgerin im Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth/St. Petrus/St. Johannes in Bonn tätig. Als „Rentnerin“, wie sie sich selbst bezeichnet, zog sie vor einem Jahr in das Kloster Ehrenstein in der Nähe von Neustadt/Wied. Ihre Ausbildung zur Krankenhaus-Seelsorgerin, die sie in Heidelberg absolviert hatte, ergänzte sie jetzt in Vallendar durch eine Fortbildung zur Seelsorgerin für ältere Menschen.

Im St. Josefshaus wurde sie mit offenen Armen empfangen. „Es gibt einen großen Bedarf an geistlicher Begleitung“, nimmt sie wahr. Sowohl die Bewohner als auch die Heimleitung und die Mitarbeiter bringen ihr großes Vertrauen entgegen. „Ich brauche keine Reklame zu machen. Dass ich im Haus bin, spricht sich schnell herum“, freut sie sich. Schwester M. Andrea geht auf die Menschen zu. Jeden begrüßt sie mit Namen. Das ist ihre Art, die Wertschätzung auszudrücken, die sie den Menschen entgegenbringt. Immer wieder kommt sie darauf zu sprechen, wie wichtig ihr die Achtung der Menschenwürde ist. Der Vers aus dem Matthäus-Evangelium: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan“, habe sie das ganze Leben begleitet und ihren Umgang mit den Menschen geprägt.

Sie führt viele Einzelgespräche und hat für alle Probleme ein offenes Ohr. Sie hilft Bewohnern, wenn sie Schwierigkeiten haben, sich im St. Josefshaus einzuleben, macht Sterbe- und Trauerbegleitung. Wenn sie Frust haben oder sich über etwas ärgern, hört sie ihnen zu. „Sie wissen, dass ihre Sorgen bei mir gut aufgehoben sind“, so Schwester M. Andrea.

Auch auf die dementiell erkrankten Bewohner geht sie zu und spricht mit ihnen. „Sie vergessen zwar immer wieder meinen Namen, viele erkennen mich aber trotzdem und freuen sich, wenn sie mich sehen. Oft rufen sie dann, da kommt Schwester Maria“, sagt sie. In der Advents- und Weihnachtszeit unterhielt sie sich mit ihnen zum Beispiel darüber, wie sie Weihnachten früher erlebt haben. Das weckte bei den Bewohnern zahlreiche Erinnerungen und sie erzählten aus ihrem Leben.

Darüber hinaus bietet sie Gesprächsgruppen an, in denen sie mit den Bewohnern über Bibelstellen spricht. Gemeinsam beten und singen sie Lieder aus dem Gotteslob. Bewohnerinnen wie Annemarie Söllner nehmen gerne daran teil. „Das ist wenigstens was für den Kopf“, meint die alte Dame, die regelmäßig mit großem Interesse die Gedanken von Schwester M. Andrea zum Sonntagsevangelium liest, die diese jede Woche in den Schaukasten neben der Kapellentür und an die schwarzen Bretter auf den Wohnbereichen aushängt. Annemarie Söllner ist davon überzeugt: „Schwester Andrea hat uns der Himmel geschickt“.

Alten- und Pflegeheim St. Josefshaus Neustadt/Wied

Klosterstraße 1
53577 Neustadt/Wied
Telefon:02683 9884-0
Telefax:02683 9884-48
Internet:http://www.st-josefshaus-neustadt-wied.de

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